Fehlkauf cleversmoke

Immer öfter sprechen mich Leute an, dass sie sich eine E-Zigarette gekauft haben und jetzt vollkommen ratlos sind. Die Dinger seien ja furchtbar, das bringt überhaupt nichts, der Akku ist mies, das Rauchgefühl ist dahin und sowieso ist alles unter aller Sau. Wenn ich nach dem Hersteller oder dem Modell der E-Zigarette frage, kriege ich meistens immer die gleiche Antwort:

Diese E-Zigarette aus der Fernsehwerbung, die so aussieht wie eine richtige… Die heißt cleversmoke… Mit Aromakapseln… Die war total teuer, die muss doch gut sein?!?!?

Jein. Die E-Zigarette, die sogenannte „cleversmoke“ ist eigentlich genauso nützlich wie ein Kugelschreiber – nur, dass er nicht schreibt. Diese E-Zigarette wird auch unter anderen Namen verkauft – Erkennungsmerkmal ist eigentlich, dass sie so aussehen, wie richtige Zigaretten. Wenn ihr euch eine elektronische Zigarette kaufen möchtet, dann bitte, bitte recherchiert vorher. Das sind 70 Euro, die ihr in bessere Geräte investieren könnt (weitaus bessere!). Geht in den Tabakladen eures Vertrauens und fragt einfach mal nach. Wenn ihr das nicht wollt, schaut im Internet. Am besten da bei diversen Foren nachgucken  (Forum:Elektrisches Rauchen, Forum: Dampfertreff).

Wenn ihr euch jetzt so eine „Cleversmoke“ gekauft habt und nicht glaubt, wieso die so schlecht sein soll, hier mal ein paar Dinge, die ich zusammengetragen habe:

  • Akku 240 mAh
  • 5 mal 5xAromakapseln (meistens mit Geschmack: Vanille, Kaffee, Menthol, Tabak und Apfel)
  • kein Nikotin
Wir stellen fest: Wenn wir starker / mittelmäßiger Raucher sind und zur E-Zigarette wechseln möchten, können wir das nicht SOFORT ohne Nikotin machen. Wir werden Entzugserscheinungen haben. Natürlich, wenn wir komplett aufhören möchten zu rauchen und auch vom Nikotin loskommen wollen, können wir das gerne tun – der Wille muss, wie beim „normalen“ Aufhören auch, da sein. Aber direkt ohne Nikotin zu dampfen macht für mich persönlich keinen Sinn.
Diese sogenannten Aromakapseln sind schwachsinnig. Sie sind nur einmal verwendbar – das heißt, wenn die Dinger leergedampft sind, dann muss ich das wegschmeissen und ein neues draufschrauben. Diese „Aromakapseln“ halten nicht lange – man muss sie 2-3 mal am Tag wechseln. Da könnt ihr euch selbst ausrechnen, wie lange ihr mit 25 Stück hinkommen werdet. 20 Aromakapseln zum Nachkaufen kosten 20 Euro. Machen wir das Rechenbeispiel: Mit 20 Kapseln kommt ihr ca. eine Woche hin, das heißt, ihr braucht pro Woche 20 Euro. Ja, sehr billiges Unterfangen. Ich brauche pro Woche weitaus weniger – ich habe nachfüllbare Mundstücke/Depots, und mein Liquid kostet 6,90 €… Das ist immer noch nicht leer (nach einem Monat!)…
Der Akku: Extra steht noch dabei, als Tipp, dass Billiganbieter versuchen mit nicht leistungsstarken Akkus die Kunden zu ködern. Hier haben wir ein wunderbares Beispiel dafür. 240 mAh sind unter aller Kanone. Meine eLea von redkiwi hat 650 mAh. Ihr merkt den Unterschied? Der leistungsstärkste Akku hat über 1.000 mAh, aber ich komme mit den 650 sehr gut hin. Was das jetzt heißt? Ihr werdet nach einiger Zeit merken: Akku leer. Verdammt. Da man diese Zigarette nur laden und nicht gleichzeitig benutzen kann, heißt das, man muss einige Zeit darauf verzichten.
Wir stellen fest: Diese E-Zigarette ist eine Falle für „Neu-Dampfer“. 
  • Davon abgesehen, dass der Verdampfer keine wirkliche Leistung erbringt: Das Rauchgefühl, was eh anders ist bei ALLEN elektronischen Zigaretten, wird einen davon abhalten, diese Zigarette weiter zu benutzen.
  • Der Akku ist leer, natürlich, bei so einer bescheidenen Akkuleistung: Wir kaufen wieder normale Zigaretten.
  • Die Kapseln schmecken nicht so gut – also kaufen wir andere mit anderem Geschmack für 20 Euro und stellen fest: Schmecken auch nicht. Uns wird das Ganze zu teuer und die E-Zigarette landet in der Ecke.
  • Ich bin starker Raucher und merke, dass ich immer noch Verlangen nach einer normalen Zigarette habe: Fehlendes Nikotin.
Wie können wir dagegen vorgehen? Uns im Vorfeld informieren.
Alles doof gelaufen, ihr habt euch das Ding jetzt überteuert gekauft (70 Euro ist so der durchschnittliche Preis) – macht euch nix raus. Kauft euch eine richtige und qualitativ hochwertige E-Zigarette (ego-T, eLea, eLeo…) und wenn euch das immer noch nicht überzeugt, dann dürft ihr meckern 😉

Die E-Zigarette bringt die Apokalypse!

So oder so ähnlich wird die nächste Aussage eines beliebigen Politikers lauten. Es wird momentan so irre gemacht, dass die elektronischen Zigaretten furchtbar sind. Ganz, ganz doll furchtbar. Man wisse nicht, was da genau drin sei und genau deswegen sollte man die Dinger vom normalen Markt in die Apotheke verbannen. Um dem ganzen noch Nachdruck zu verleihen, macht man einseitige TV-Beiträge und Zeitungsartikel und die Sache ist geritzt: Die Leute glauben alles, was ihnen aufgetischt wird und die E-Zigaretten verlieren an Interesse.

Ich hoffe, ihr seid hier, um euch mal die Gegenseite an zu hören und nicht, weil ihr in eurer Meinung sowieso schon festgefahren seid und keinerlei Gegenargumente zulassen wollt. Außerdem sei noch gesagt, dass das hier ein wenig länger wird und keiner wirklich lesen wird, was hier geschrieben steht. Deswegen wird es weiterhin zu solchen Diskussionen kommen, doch ich hab wenigstens ein beruhigtes Gewissen, dass ich meinem Unmut Luft gemacht habe. So.

Vor nicht allzulanger Zeit meinte eine Politikerin der Grünen sich über Dinge aufzuregen, von denen sie keine Ahnung hat und Hintergrundinformationen zu viel verlangt gewesen wären. Im ersten Absatz bereits genannt, sagte sie, dass man die nikotinhaltigen Liquids (wenn überhaupt) in die Apotheke verbannen müsse, weil das unter das Arzneimittelgesetz fallen würde. Somit wären die „Dampfer“ eingeschränkt: Nachschub gibts nur noch zu horrenden Preisen beim Weißkittel nebenan und das auch nur zu unmenschlichen Öffnungszeiten. Wer weiß, unter welchen Einschränkungen nur noch verkauft werden dürfe: Weniger Inhalt, irgendwelche Auflagen, die es nur noch möglich machen, die Liquids nach Adressausgabe auszuhändigen und was nicht alles für Späße. Die Politiker sind diesbezüglich sehr kreativ.

Unser aller Lieblingssender mit den drei Buchstaben, nennen wir ihn fiktiv LTR, hat letztens einen wunderschönen Bericht zusammengestellt, wie gefährlich diese elektronischen Zigaretten doch sind. Man bekam das Gefühl, dass jeder, der diese Dinger benutzt, strunzdoof ist und sich ins eigene Verderben reitet – alle anderen mit. Wer nach diesem Bericht noch gut über die E-Zigarette geredet hat, war für die LTR-Zuschauer volldeppert und hat sich schon das Hirn verdampft – immerhin entsprach alles der Wahrheit, was da gesagt wurde. Um das Ganze nochmal zu verdeutlichen: Nicht nur Fernsehsender (mehrere) haben diesen Humbug verbreitet, sondern Medien aller Art: Tageszeitungen, Radios. Einfach überall hört man nur noch: E-Zigaretten sind furchtbar ganz böse schrecklich und bringen die Apokalypse!

Stimmt nicht.

Elektronische Zigaretten sind kein Teufelswerk – im Gegenteil. Sie sind nicht gesundheitlich herausragend, das mag wohl stimmen, denn das Nikotin (wenn man eben Liquids mit Nikotingehalt verdampft) ist schädlich, es ist ein Nervengift. Das will ich gar nicht wegdiskutieren. Allerdings ist es für uns Süchtige eine gesündere Alternative zu unseren normalen Zigaretten. Wir wissen, was drin ist (es ist auf jeder Flasche des Liquids deklariert) – ganz im Gegensatz zu Zigaretten. Klar ist da Teer, Nikotin und Kohlenmonoxid drin – doch was noch? Eine kleine Auswahl von dem, was wir wissen: Zucker, Menthol, Gewürznelken, Glycerin, Schellack, Lakritz, Kaffee, Tee, Kakao, Dextrine, Melasse und Stärke. In den Liquids der E-Zigarette: Nikotin,  Propylenglykol und geschmacksbedingte Aromastoffe. Im Rauch einer Zigarette ist unter anderem dies: Kohlenstoffmonoxid und -dioxid, Stickstoffoxide, Butadien, Benzol, Formaldehyd, Acetaldehyd, Methanol, Blausäure, Nikotin, Amine, Plutonium und Nitrosamine. Im ausgestoßenem Dampf des Liquids: Nikotin in extrem geringer Menge. Nur mal so eine Zwischenfrage: Würdet ihr euch lieber neben einen Raucher oder einen Dampfer setzen und tief Luft holen?

So viel zu dem Thema, dass die E-Zigaretten furchtbar seien. Wie ihr seht, ist es für uns Süchtigen wirklich eine sehr viel gesündere Alternative, die uns sogar beflügelt, weniger Nikotin zu uns zu nehmen (ich zum Beispiel bin schon zu einem Liquid mit niedrigerem Nikotingehalt gewechselt).

Das Ganze könnt ihr euch in diesen beiden Videos von dem geschätzten Philgood mal anhören. Er hat sich die Mühe gemacht und einen offenen Brief diesbezüglich geschrieben und vorgelesen. Tut mir den Gefallen und hört euch wenigstens das an, auch wenn nur nebenbei.

Vielen Dank an dieser Stelle an Phil, der herrlich ruhig und sachlich bleibt – ihr merkt bei mir, dass mir das schwer fällt.

Falls ihr bis hier hin angekommen seid, bin ich guter Dinge, dass ihr euch wirklich interessiert und das finde ich toll. Deswegen bekommt ihr eine kleine Belohnung. Und zwar einen Zeitungsartikel unserer Lokalzeitung:

Raucher vergiften sich mit E-Zigaretten

SOEST/BAD SASSENDORF ▪ Durch E-Zigaretten ist es im Kreis Soest bei einer 45-jährigen Frau aus Bad Sassendorf und einem 35-jährigen Mann aus Soest zu Vergiftungen gekommen, so dass diese notärztlich behandelt werden mussten. Da der Zusammenhang nach intensiven Recherchen in den vergangenen Tagen jetzt offensichtlich ist, weist das Gesundheitsamt des Kreises Soest auf die mit der Verwendung von E-Zigaretten verbundenen Gefahren hin.

Vor einer möglichen Gesundheitsgefährdung durch E-Zigaretten hatte noch in der vergangenen Woche NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens gewarnt und daneben auf die Problematik des Handels mit solchen Produkten hingewiesen.
(Quelle) 

Ich weiß nicht, wie das für euch klingt, aber für mich klingt es nach: Wir wollen die elektronische Zigarette schlecht machen und deswegen benutzen wir einen reisserischen Titel, sagen nicht, dass die Zigarette falsch benutzt wurde und es deshalb zu der Vergiftung kam, sondern erwähnen subtil, dass es ja schon eh feststeht, dass die E-Zigarette Teufelszeug ist.

Diese ganzen Meldungen sorgen dafür, dass ich mich als Neudampferin angegriffen fühle. Anstatt, dass man mir gut zuspricht, dass es schön ist, dass ich von den Zigaretten los kommen möchte, wird mir unterstellt, dass ich keine Ahnung habe und mich von der Industrie hinters Licht führen lasse. Allerdings ist es andersrum der Fall: Ihr lasst euch die Meinung von den Medien vorgeben, nickt das Ganze ab, verbreitet es weiter und sorgt dafür, dass die Tabakindustrie weiter Geld scheffeln kann, beschwert euch aber im gleichen Atemzug, dass ihr als Steuerzahler für die ganzen Raucher aufkommen müsst, weil die die Krankenkasse so viel kosten. Wer die Doppelmoral findet, darf sie behalten.

Die E-Zigarette und ich: Der erste Eindruck

Es ist soweit, euer rotes Ding hat sich jetzt auch dazu hinreissen lassen sich mit dem neumodischen Zeug auseinander zu setzen. Heute habe ich mir meine E-Zigarette „eLea“ geholt, die sich „red kiwi“ nennt. Der nette Verkäufer meinte, dass sie farblich perfekt zu meinen Haaren passen würde – und damit hat er natürlich recht 😉

Im „Lieferumfang“ war enthalten: 

1x Tankverdampfer (das Mitteldingen)
1x Akku (650 mAh)
5x Leerdepots (Also diese Mundstücke)
1x USB Ladekabel (von Mini USB auf USB)

Im Übrigen seht ihr da auf dem kleinen Bildchen unten diese beiden runden Dinger. Das sind Aufsteck-Kappen als Schutz für den Mini-USB Anschluss am Akku. Da seht ihr das rechte als „Neutral“, da ist nichts drauf. Das linke ist, ungelogen, ein Kompass. Warum, weshalb weiß ich jetzt auch nicht so recht, aber ich hab Tussi-Style einen wanna-be Diamanten drauf 😀 Wenn schon tussig, dann richtig tussig 😀

Im Übrigen hat mich die Zigarette (plus obigem Lieferumfang) 49, 99 € gekostet. Das Fläschchen mit der Nikotinflüssigkeit 6,90 € – auf Nachfrage, wie lange wohl damit hinkommt, wurde mir nur gesagt, dass eine so eine Ampulle 2 Stangen Zigaretten entsprechen würde. Also jeder, wie er raucht – aber für 2 Stangen nur knapp 7 € grenzt fast an ein Paradies 😀

Hier jetzt erstmal noch ein paar Fotos, bevor ich euch von meinen ersten Eindrücken erzähle.

Hier nochmal der Kompass und das neutrale Käppchen.

Die USB Verbindung zum Aufladen der Zigarette.

Das ist die Nikotin-Flüssigkeit, die in das Mündstück kommt. Inhaltsstoffe sind Propylenglykol, Aromastoffe und Nikotin. Das ist übrigens 15 mg, kommt also den normalen Zigaretten recht nah.

Links der Deckel der Zigarette (ich nenne es jetzt einfach mal Kappe) und rechts das Etui für den ganzen Kram, den man mitschleppt (Mundstück, Flüssigkeit, Ladekabel..)

Das schon mit Flüssigkeit befüllte Mundstück. Dieses dunkelgelbe Zeug ist die Nikotinflüssigkeit.

Da sieht man meine lustige tussige Verschlusskappe 😀

So, das gute Stück ist von eSmoker, Geburtsstunde 09/2011 und nennt sich „red kiwi“.

Jetzt aber, Erfahrungen in den ersten Stunden. 

Ich muss sagen, der erste Zug war gewöhnungsbedürftig. Ich hatte kein Kratzen im Hals, was mir tatsächlicherweise gefehlt hat und irgendwie spürte ich kaum was, dabei hatte ich extra schon die höhere Dosis an Nikotin genommen… Mit der Zeit wurde ich immer mutiger, habe mehr dran gezogen, somit mehr „Dampf“ abbekommen und so langsam gewöhnen wir uns aneinander, die rote Kiwi und ich.

Der erste große Test war dann nach dem Essen: Reicht mir das bisschen Dampf oder brauche ich tatsächlich „eine richtige“? Ich habe es einfach drauf ankommen lassen und nur die E-Zigarette benutzt, und siehe da: hat geklappt.

Wobei ich zugeben muss: Ich habe jetzt seit 4 Stunden keine „richtige Zigarette“ mehr geraucht, und ich habe jetzt nicht direkt „schmacht“, sondern will einfach nur eine Zigarette rauchen, damit ich das Kratzige im Hals habe. Momentan fühlt es sich eher so an, als würde ich den Kopf über einen Kochtopf mit kochendem Wasser halten und einatmen – aber das liegt wohl an meinem noch zu schüchternen Ziehen. Ich werde es auf jeden Fall versuchen, mindestens 24 Stunden NUR mit der E-Zigarette auszuhalten und dann mal weiterzusehen. Garantieren kann ich für nichts, aber ich werde euch Bescheid sagen, wie der erste Tag so ablief.

Ach so – bevor ihr euch ein „richtiges“ Bild machen könnt, muss ich sagen, dass ich seit mehr als 8 Jahren rauche und auch nicht gerade wenig, mal mehr, mal weniger – durchschnittlich sage ich mal 25 pro Tag. Wir werden sehen, inwiefern sich das ändern wird!

Bis morgen.