Erörterung.. Mal ganz anders!

Es war mal wieder soweit, Klausurenphase und es war Deutsch an der Reihe.
Es ging um das Thema Erörterung, was ich eigentlich gar nicht kann. So rein überhaupt nicht, weil mir das viel zu sachlich ist und ich meiner Kreativität nicht freien Lauf lassen konnte. Dementsprechend… I did it my way.

Da es mal was ganz anderes ist, wollte  ich euch diese Art Erörterung nicht vorenthalten. Dazu sei noch gesagt, dass ich Glück mit meinem Lehrer hatte, weil diese Klausur auch locker als 5 mit „Am Thema vorbei“ bewertet hätte können. Es war eben eine Risikosache.

Aber los jetzt, Thema war „Internet – Fluch oder Segen?

Das Internet ist in aller Munde und das nicht erst seit gestern. Schon lange beherrscht das Internet die Welt, wer kein Internet zu Hause hat, wird belächelt. Bei manchen reciht es nicht mehr das Internet nur zu Hause zu haben, sie müssen es jede Sekunde in Form eines Laptops oder Handys bei sich tragen. Egal, ob man geschäftlich oder privat mit dem Internet zu tun hat – es ist nicht mehr wegzudenken. Das Internet bietet also viele Möglichkeiten, die man vorher nicht hatte. Allerdings sind diese Möglichkeiten nicht alle positiv.

Nehmen wir also Frank als negatives Beispiel, der im Internet seine chancen sieht, so zu sein, wie er eigentlich ist, oder wie er immer sein wollte. Frank ist 36 Jahre, arbeitslos, hatte noch nie eine Freundin und lebt immer noch bei seiner Mutter. Er hat sich nun durchgerungen, einen Internetanschluss machen zu lassen und hat einen Vertrag bei einem Unternehmen abgeschlossen, bei dem er 55 € im Monat für eine sogenannte Flatrate bezahlt. Dass das relativ teuer ist, weiß Frank nicht, da er vorher keine Preise verglichen hat. Hauptsache er hatte jetzt Internet, koste es, was es wolle.
Der Tag kam, als der Techniker der Unternehmens ihn mit ein paar Kabeln mit der Welt verbunden hat und Frank lernte das Internet kennen. Schnell merkte er, dass das Internet ja so viel mehr kann, als er vorher glaubte – er stieß auf Internetseiten, bei denen er lernte, Passwörter von anderen Benutzern zu knacken, natürlich mit illegalen Methoden, aber er wollte unbedingt wissen, ob die neu kennengelernte Frau im chat wirklich nur mit ihm solche netten Dinge schreibt. Also stratete er das Programm, loggte sich in ihr Konto ein und sah das, was er befürchtete – sie schrieb auch mit anderen Männern! Frank schwor Rache und so informierte er sich, dank des Internets, über ihre Arbeitsstelle, wann sie Feierabend hat, wo sie wohnt, in welchen Fitnessblub sie wann geht, welches ihr Lieblingscafé war und tauchte hin und wieder dort auf, machte Bilder und begann ihr Leben mit zu leben. Von all dem merkte sie nichts.
Als er herausfand, dass sie eine Tochter hat, wollte er mit ihr Kontakt aufnehmen, um so die Aufmerksamkeit der vorher kennengelernten Chatbekannntschaft zu bekommen. Also meldete er sich bei dem Kinderchat an, gab sich als 14 jähriges Mädchen aus, das, genau wie die Tochter, auch Harry Potter und Pferde mag. Da kam es ihm gelegen, dass es einen neuen Film von harry Potter im Kino gab, sodass er sich mit ihr verabredete. Die Kleine sagte, sie bringe ihre Mutter mit, weil sie sich nicht alleine treffen darf. Frank stimmte zu und freute sich, seine chatbekanntschaft richtig kennenzulernen. Allerdings wusste er nicht, dass die Tochter von Anfang an misstrauisch war, das ihrer Mutter erzählte und die Mutter im Namen ihrer Tochter mit Frank weiterschrieb. Aufgrund der Wortwahl von Frank merkte sie, dass es kein 14 jähriges Mädchen sein konnte.
Also kam der Kinotag und Frank wartete sehnsüchtig mit dem Erkennunsgzeichen, einem Plüschpferd im Arm, vor dem Kino. Der Mutter wurde alles klar: Dieser eklige Mann wollte nur an die Tochter ran, sie missbrauchen und das als Video ins Internet stellen. Sie alamierte die Polizei, übergab die Chatprotokolle und da Frank des öfteren nicht nachdachte, was genau er schrieb und wie man das auslegen könnte, hatte er bald eine Klage im Briefkasten wegen Verführung Minderjähriger. Durch einen guten Anwalt konnte er bald alles aufklären, doch dann kamen die illegalen Machenschaften von Frank heraus. Er bekam Geldstrafen, konnte aber normal weiterleben. Aus dem einst neugierigen Frank wurde also ein Mann, der angeklagt wurde, ein Stalker, ein Perverser und er wurde von seiner Mutter auf die Straße gesetzt. Frank ist jetzt ein verschuldeter, arbeitsloser Obdachloser. Und das alles nur wegen des Internets.
Anders kann es aber auch passieren. Es gibt auch menschen, die nutzen das Internet sinnvoll und vorsichtig. Marco zum Beispiel. Er ist 23 Jahre alt, hat schon lange Internet und kennt sich gut aus. Er möchte endlich auf eigenen Beinen stehen und ausziehen. Im Internet macht er diverse Eignungstests, findet dadurch heraus, in welchem Beruf er arbeiten möchte. Um diese Fähigkeiten weiter auszubauen meldet er sich auf einigen Plattformen an, wo sich Menschen aus diesem Berufsfeld austauschen. Er braucht bestimmte Fähigkeiten, die er sich durch Videos auf einem Multimediaportal aneignet. Gut vorbereitet und seiner Sache sicher mahct er sich im Internet auf die Suche nach einem Arbeitsplatz. Leider sind alle Arbeitsstellen in Städten, die weit weg sind und die er nicht kennt. Also bewirbt sich Marco für die Arbeitsplätze und findet im Internet Informationen über die Stadt und das Unternehmen. Er beschließt, wenn es klappt, dort hin zu ziehen.
Es kam, wie Marco wollte – er hatte eine Zusage. Also packte er seine Sachen, suchte im Internet nach Wohnungen und anhand der Bilder entschied er sich für seine Traumwohnung.
Da er leider aber dann alleine wohnte, in einer fremden Stadt, ohne Familie, ohne Freunde, meldete er sich bei sozialen Netzwerken an, um Menschen in seiner Umgebung kennenzulernen. Dort fand er auch einen neuen Arbeitskollegen von ihm und erkannte durch das Profil viele Gemeinsamkeiten, sodass er schnell einen besten Freund fand.
Doch er vermisste immer noch seine Mutter. Mit der konnte er aber prima Kontakt halten, da beide eine Webcam mit Mikrofon haben und trotz der Entfernung sich immer sehen können. Und wenn die Sehnsucht doch zu groß war, suchte Marco per Internet einen Sonderpreis der Bahn heraus.
Marco findet, dass das Internet große Vorteile hat, sagt aber auch, dass man wissen muss, dass man nicht alles dort machen darf. Man sollte trotzdem noch Regeln und Gesetze befolgen und vor allem vorsichtig mit seinen Daten umgehen. Keiner seiner Onlinefreunde weiß seinen Nachnamen, wo er wohnt oder wo er arbeitet. Selbst zur Sparkasse geht er noch selbst. Ihm sei das zu unsicher, wichtige Informationen über das Internet preizugeben.
Das Internet sei also eine wunderbare Erfindung, doch man sollte es mit Vorsicht genießen.

Also, das war sie, meine Deutschklausur. Was denkt ihr? Wie hättet ihr das bewertet? Was haltet ihr von „my way“ Klausuren?

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3 Kommentare zu “Erörterung.. Mal ganz anders!

  1. DigiTalk sagt:

    Was ich davon halte?
    Das ist genial!
    So sollten Erörterungen sein. Von mir hättest du eine eins dafür bekommen. Und zwar aus den folgenden Gründen:
    – Du polarisierst nicht, sondern stellst es lässt dem Leser frei, darüber nachzudenken, wie er das Internet sieht.
    – Du beschreibst die Vor- und Nachteile anhand von leicht verständlichen Beispielen. So versteht jeder, selbst jemand, der keinen Plan vom Internet und dessen Technik hat, wo die Gefahren und Vorzüge liegen.
    – Du fesselst den Leser mit einer interessanten Geschichte. Keine staubtrockene Theorie, die schwer zu lesen ist ohne einzuschlafen.

    Was hat denn dein Lehrer dazu gesagt?

  2. Frauke sagt:

    Ich find es gut und passt.

  3. Jana sagt:

    ich geb meinem vorredner recht, wirklich toll geworden. vielleicht ist das fazit ein bisschen sehr kurz ausgefallen, das könnte man vielleicht noch ausführlicher fomulieren, aber es ist ja alles schon gesagt. die beispiele sind absolut verständlich.
    gefällt mir und mich interessiert auch, was der lehrer dazu gesagt hat!

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