Ich..äh.. doch nicht?

Als ich im vergangenen Jahr, ebenfalls so um September / Oktober rum, Beschwerden diverser Art hatte, beschloss ich, zu meiner Hausärztin zu gehen. Frau Doktor machte mich (wie so oft) auf mein minimales, aber doch sichtbares, Übergewicht aufmerksam („…und Sie sind ja auch ein…*hust*.. großes…*hust*.. Mädchen“) und zählte eins und eins zusammen, sodass sie mich zu einem Radiologen schickte, der im örtlichen Krankenhaus ansässig war, um meine Schilddrüse untersuchen zu lassen. Vorher aber noch, sollte ich zu ihr kommen und mir Blut abnehmen lassen. Also diese besagten Gänge getätigt, wo mir dann beim Ultraschall meine Schilddrüse untersucht wurde. Die Ärztin aus dem Krankenhaus sagte, es sei nichts auffällig und ich bräuchte mir keine Sorgen machen. Da also alles okay war, machte ich mir nicht weiter Gedanken darum.

Als dann im Juni meine Steißbeinschmerzen anfingen, musste ich gezwungenerweise wieder bei meiner Hausärztin antanzen.  Ich saß da also, klagte über Schmerzen, bat, dass sie mir eine Diagnose stelle, während sie noch in ihren Unterlagen blätterte und es dann aus ihr heraussprudelte: „Sie haben ja eine Unterfunktion!“ Ich sah sie an. „Wie? Was denn für ’ne Unterfunktion?“ Bis mir dann wieder einfiel, dass da ja was wegen meiner Schilddrüse war. Ach ja. Stimmt. „Aber eigentlich hatte mir die Ärztin gesagt, dass alles in Ordnung ist?“ Und natürlich wurden Ausreden gesucht. Warum sich bei mir nicht gemeldet wurde, es gab ja wichtigeres. Im Übrigen wurde dann nochmal nett angemerkt „Ach, noch dicker dürfen Sie aber nich werden, ne?“ – Wenn man so bedenkt, dass eine Schilddrüsenunterfunktion u.a. auch für Übergewicht verantwortlich ist, aber egal. Jedenfalls sagte sie dann, dass ich nochmal zum Blutabnehmen kommen müsste, und bis ich nochmal einen Termin beim beliebten Radiologen kriegen würde, würde es ja auch eine Ewigkeit dauern. (Warum sie die Untersuchung nicht einfach in ihrer Praxis machte, ist mir auch unklar.) Jedenfalls war’s mir aber in dem Moment egal, denn ich hatte andere Sorgen: Mein Steißbein.

Als ich dann aus völlig verständlichen Gründen den Arzt wechselte (Gott sei Dank! Beste, was passieren konnte.), sprach ich ihn auch auf weitere Untersuchungen und Weiterbehandlung meiner Schilddrüse an, allerdings hielten wir beide es für das Beste, ersteinmal abzuwarten, bis meine OP über die Bühne ging und ich wieder total fit bin. Und dieser Zeitpunkt ist jetzt (okay, mal von der Mandelentzündung abgesehen).
Nun, also wurde mir bereits letzte Woche Freitag Blut abgenommen, und heute war das Ultraschall dran, bei meinem Hausarzt in der Praxis. Also lag ich da rum, ließ mir glibbriges Zeug auf den Hals reiben und überließ dem Arzt die Arbeit. Sehr positiv hervorzuheben ist, dass er mir alles sehr gut erklärte, mir zeigte, was los war und es mir auch für meine Sprache verständlich machte. (Haben nicht alle Ärzte so drauf.) Im Endeffekt war nicht nur er verdutzt, sondern auch ich und es stand ein großes Fragezeichen im Raum. Raus kam nämlich, dass meine Schilddrüse vollkommen okay ist, zwar irgendwo eine Zyste ist, aber wie er meinte, nichts redenswertes, könnte ich 100 Jahre mit alt werden. Da ich aber doofe Erfahrungen mit „Ist alles okay“ gemacht habe, fragte ich doch nochmal lieber nach, ob wirklich alles okay sei. Er bestätigte mir das gleich nochmal und nahm auch meine Blutwerte dazu. Alles im normalen Bereich, kein Grund zu Sorge, ich bin gesund. Typische Tabeareaktion: Kopf schief legen, Augenbraue hochziehen und dann einen Satz mit „Aber…“ anfangen. So auch diesmal: „Aber.. mh. Also kann’s sein, dass jetzt alles gut ist, oder wie? Also, so ’ne temporäre Unterfunktion, oder so?“ Er nickte. „Sie haben ja eh Hormone genommen.“ – „Nee, hab ich noch nie.“ – „Ja, sicher, steht doch aber hier.“ – „Nee, hab ich aber noch nie, ehrlich O_o“ Und da war es, das Fragezeichen, es stand gemütlich im Raum herum und wollte nicht weg. Er sah nochmal im Rechner nach. „Klar, steht ja da.“ Also erzählte ich ihm nochmal die ganze Geschichte mit der blöden Ärztin, und er erinnerte sich wieder, dass da mal sowas passiert ist. Jedenfalls, Ende der Geschichte war dann, dass er mir erzählte, dass diese Unterfunktion wohl doch temporär gewesen sei und jetzt wieder alles okay sei, auch ohne Einnahme von Hormonen und dergleichen. Von mir kam dann nur „Also.. Ich… äh.. *auf meinen Hals zeig*… doch nich?“ Er schüttelte den Kopf. „Nö.“

Also, Friede, Freude, Eierkuchen. Ich bin gesund. Momentan jedenfalls. Man kennts ja von mir auch anders.

Edit: Wie mir gerade beim Lesen noch einfiel, war eigentlich die Macke an sich, dass ich noch nie wirklich eine „richtige“ Unterfunktion hatte, so sagte es jedenfalls eben mein Arzt. Die Werte waren auch vor einem Jahr nur minimal erhöht, sodass die Hormoneinnahme eigentlich gar nicht notwendig gewesen sei. Das versteh noch mal einer.

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5 Kommentare zu “Ich..äh.. doch nicht?

  1. Ricarda sagt:

    Dann ist doch alles in Butter 🙂

  2. Casi sagt:

    Beknackte Ärztin – aber toll, dass alles mit/an Dir in Ordnung ist 🙂

    • Tabea sagt:

      @Ricarda: Allerdings 🙂 Trotzdem verwirrend.
      @Casi: Sehr beknackte Ärztin, ja. Hat mich viele Nerven gekostet und fast auch mein Leben – aber ist ja jetzt vorbei. 🙂

  3. Gilly sagt:

    Gut zu wissen, dass nun alles ok ist! Aber auf jeden Fall ne komische geschichte 👿

  4. Na dann hoffen wir mal, dass deine Ärztin VÖLLIG beknackt war und der Arzt jetzt VÖLLIG i.O..

    Denn eigentlich ists eher so, dass Ärzte x Unterfunktionen übersehen statt eine gar nicht vorhandene zu diagnostizieren.

    Hast du denn außer dem Übergewicht noch irgendwelche Beschwerden?

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