Einkaufen

Was ein Spaß!
Oder auch nicht…

Ich war gestern einkaufen, wie so oft, und nach einiger Zeit bin ich abgestumpft, hoffe ich, denn es gibt viele Situationen, Personen und Dinge, die mich aufregen. Und zwar so sehr, dass ich, wenn ich vorher noch [singlepic=71,320,240,,left]gute Laune hatte, und auf dem Fahrrad zum Supermarkt hingefahren bin, später alles um mich herum verfluche und in meinen Gedanke nur noch rumbrülle wie scheiße alles ist. Das hat aber alles seinen Grund.
Ich steige also vor meiner Haustür auf’s Fahrrad, fahre los, möchte nebenbei meinen MP3 Player lauter stellen, funktioniert nicht, ich höre nichts. Also angehalten, MP3 Player rausgeholt, dran rumgedrückt, funktioniert nicht. Dann bemerke ich den Kabelbruch ein der linken Seite. Na klasse. Also kann ich mir Musik abschminken.
Die 2,5 km werden dann also ohne Musik verbracht, die ersten zwei Kreuzungen meister ich gut, auch wenn es irre langweilig ist. Dann aber kommt es: Die erste Hürde. Drüberspringen ist nicht. Seht selbst:
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Also, wie ihr seht, ich hatte die Chance nach links auszuweichen, auf die Bundesstraße, oder rechts auf den schmalen Streifen. Jeder der mich kennt, weiß die Antwort: Ich hab gewartet, bis er weg war.
Also dann die letzte Kreuzung genommen und los gehts mit der wirklichen Einkauferei.
Ich möchte mir einen Einkaufswagen holen, wühle also in meinem Portmonnaie nach Kleingeld. Natürlich habe ich nichts, was passt, also los gehts zur Pommesbude nebenan und der 5 Euro Schein wird gewechselt.
Nachdem ich mir dann mein Gefährt für die Einkaufstour geholt habe, geht es rein ins Geschäft, vorher allerdings muss ich noch die ganzen Vertreter abwimmeln. An jeder Ecke wird mir irgendetwas angedreht. „Möchten Sie schnelleres DSL?“ – „Haben Sie schon die Lokalzeitung?“ – „Füllen Sie diese Karte aus und Sie gewinnen ein Auto!“ Weder schnelleres DSL, noch ein Auto ist von Not. Nur der Lokalzeitung kann ich sagen, dass ich bereits ein Abo habe. Ich glaube, ich werde von mal zu mal besser im Vertreter-Slalom. Die kommen mir langsam vor wie Aßgeier.
Durch die Passage also endlich den Supermarkt erreicht. Ich kann ein-zwei Sachen einkaufen, bis ich dann auf diese Menschen treffe. Diese Menschen sind folgende:

1. mindestens 2 ältere Hausfrauen, die sich über die Angebote unterhalten. Mitten im Weg.
2. älteres Ehepaar, welches auf Shoppingtour ist. Die Frau guckt aufmerksam in die Regale, wie ein Erdmännchen. Der Mann hingegen schiebt nur brummelnd den Einkaufswagen, in der Hoffnung, er kann bald nach Hause. Das Tempo ist schneckenartig. Man reiht sich in die andere Reihe ein vom laufenden Einkaufswagenverkehr, also nach links ausgeschwenkt, bis plötzlich die Frau geistesgegenwärtig nach links rennt und zu ihrem Mann brüllt „Guck mal! Christel wollte doch noch den neuen Weichspüler!“ – und dir vollkommen vor den Wagen rennt. Du guckst sie erschrocken an, sie mault dich an, wo du denn die Augen hättest. Die jungen Leute eben. Schrecklich, was bilde ich mir auch ein?
3. Väter mit Kleinkindern. Im Einkaufsladen erkennt man sie daran, dass sie dauernd schreien. Meistens „Keeeeeviiiin? Wo biiiiist duuuu?“ und ein kleiner aufgeweckter Junge rennt mit lachendem Gesicht vor ihm weg und versteckt sich hinter Regalen. Ist ja auch ein schönes Spiel, den Papa so verzweifelt und schweissgebadet zu sehen 😉 Übrigens: An den Kassen, wo es die Süßigkeiten gibt, erkennt man diese Spezie sehr schnell. Der Junge hält ihm eine Tüte Süßigkeiten hin, schaut ihn fragend an. Der Mann sagt nur noch „Nimm, nimm, nimm.. Aber nur wenn du lieb bist auf der Autofahrt!“, und das in einem sehr sehr verzweifelten Ton. Am Ende sagt er noch zu dem Jungen: „Aber sag Mama nichts!“
4. Schnelleinkäufer. In einem fast perfekten Dauerlauf spurten sie von Regal zu Regal, kramen noch nichtmals einen Zettel heraus – nein, das haben die Sportler unter den Einkäufern nicht nötig. In einem super Sprint rennen sie durch den Laden, halten alles in der Hand, was sie bisher eingekauft haben und nieten alles und jeden um, der ihnen im Weg steht. Im Vorbeihuschen wird dann noch ein „Entschuldigung“ genannt, und dann sind sie weg. Meep-Meep!
5. Mütter mit ihren 3 erwachsenen Kindern. Offensichtlich aus einer Großfamilie stammend, jedes Kind schiebt einen vollen Einkaufswagen. Meistens bleiben sie mitten im Weg stehen, wenn die Mutter fragt: „Was kochen wir denn morgen wenn Tante Ursula da ist?“ Wäre alles nicht so schlimm, wenn die drei Kinder nicht nebeneinander, sondern hintereinander hergehen würden!

Währenddessen [singlepic=72,320,240,,right]kaufe ich nebenbei ein, überlege immer wieder, zu welcher Art ich gehöre und merke dann: die Sachen, die ich aufgeschrieben habe, sind entweder zu wenig da, ausverkauft oder nicht das richtige. Also muss spontan umentschieden werden. Meistens suche ich mir dafür eine ruhige Ecke, meistens bei den Getränken, und stehe da, starre auf die Flaschen und überlege, wie ich meine Erbsensuppe ohne Erbsen hinbekommen soll. Viele Leute halten mich anscheinend für nicht gesund, wenn ich da stehe und die Mineralwasserflaschen ansehe, ich wurde schon oft gefragt „Alles in Ordnung?“
Von Erbsensuppe auf Toast Hawaii umgestiegen (Ananas hatten sie noch!) mache ich meinen Weg zur Kasse. Dort fallen mir zwei weitere Arten der Menschen auf.

6. Jugendliche, meistens im Rudel auftretend, die an der Kasse stehen, mit 3 Flaschen Wodka und, damit es nicht so auffällt, eine Flasche Cola-Bier. Die Kassiererin fragt also nach einem Ausweis, Wodka ist eben erst ab 18 Jahren, und ganz zufällig hat jeder der 6 Jugendlichen seinen Ausweis zu Hause vergessen. Also wird vorher nochmal von jedem der Jugendlichen in den Taschen gekramt, ca. 3 bis 4 Minuten lang, um dann zu sagen „Ja, der liegt wirklich zu Hause.“
7. ältere Frauen, die immer genau passend bezahlen wollen. Bei 12, 43 Euro wird dann der Eurobetrag in ein und zwei Eurostücken bezahlt, allerdings fehlt jetzt das Kleingeld für den Centbetrag, es sind nur 41 Cent im Portmonnaie. Das ganze Kleingeld wird von der Dame zurückgenommen, ins Geldfach befördert, und dann wird ein Schein gezückt. Ein 5 Euro Schein. Die Kassiererin sagt „Da fehlen noch 7, 43 Euro!“ Die Dame, sichtlich nervös, wühlt in ihrer Geldbörse. „Der Zehner ist sicher noch irgendwo.“ Nach 3 Minuten sagt die Dame dann „Ach, ich hab doch noch Kleingeld!“

Und am Ende ist zu sagen, es weiß eh jeder – die Schlange, an die ich mich anstelle, ist eh die längste!

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2 Kommentare zu “Einkaufen

  1. Ricarda sagt:

    Hast du gut beobachtet.
    Ich muss dazu sagen, dass sich je nach Wetter/Uhrzeit/Wochentag die Prozentuale Aufteilung der Gruppen verschiebt. Da wir mehr so zu der Gruppe „Schnell aber bedacht“ gehören, gehen wir am liebsten Samstagsmorgens um 7 oder recht spät nach 21 Uhr einkaufen. Schlimm ists Freitags oder Samstags frühabends bzw spätnachmittags.. Der Horror!

    Dazu fällt mir ein was ich heute gesehen habe
    http://de.youtube.com/watch?v=nojWJ6-XmeQ
    Passt thematisch ja irgendwie 😉

  2. Tabea sagt:

    Der Link passt echt gut 😀 Ich gehe auch lieber entweder ganz ganz früh, oder ganz spät. mitten am Tag verlier ich nur Nerven 😉

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